Wieso der Begriff Salafi?

Schaich Muhammad Nasiruddin al-Albani

Dem Gelehrten Muhammad Nasirud-Din al Albani wurde folgende Frage gestellt:
„Wieso benutzen sie den Begriff Salafi? Ist dieser Begriff eine Bezeichnung einer bestimmten Par-
tei bzw. einer Gruppe oder eine Madhhab (Rechtsschule)? Oder gar eine neue Sekte im Islam?“



 Seine Antwort war daraufhin:
Allah sei gedankt, lob gebührt Ihm und auf Ihn verlassen wir uns, und wir nehmen unsere Zuflucht
bei Allah vor unserem eigenem Übel und unseren schlechten Taten; wen Allah rechtleitet, der wird
nicht irregehen, und wen Er irregehen lässt, der wird nicht rechtgeleitet werden.

Und es gibt keine Gottheit außer Allah, Er ist einzig, ohne Partner, und Mohammad ist sein Gesandter.

O ihr Menschen, fürchtet euren Herrn, Der euch aus einem einzigen Wesen erschaffen hat; aus
diesem erschuf Er ihm die Gefährtin, und aus beiden ließ Er viele Männer und Frauen sich vermehren. Fürchtet Allah, in Dessen Namen ihr einander bittet, und (fürchtet Ihn besonders in der
Pflege der) Verwandtschaftsbande. Wahrlich, Allah wacht über euch. [4:1]


O die ihr glaubt, fürchtet Allah in geziemender Furcht; und stirbt nicht, außer ihr seid gottergeben.
[3:102]

O die ihr glaubt! Fürchtet Allah, und redet das rechte Wort. Er wird eure Werke recht machen für
euch und euch eure Sünden vergeben. Und wer Allah und Seinem Gesandten gehorcht, wird gewiss
einen gewaltigen Erfolg erreichen. [33:70-71]


Und nun:
Die wahrhaftigste Rede sind die Worte Allahs, und die beste Lebensweise ist die Lebensweise Muhammads, Segen und Frieden auf ihm, und die schlimmste Sache sind die Erneuerungen, und jede
Erneuerung ist eine Bid’ah, und jede Bid’ah1 ist eine Fehlleitung, und jede Fehlleitung endet im Höllenfeuer.


Tatsächlich ist der Begriff Salaf in der arabischen Philologie als auch in der religionswissenschaftlichen Terminologie wohl bekannt. Aber worum es uns hier geht, ist die Diskussion vom religionswissenschaftlichen Standpunkt aus.


Nun, es wurde vom Propheten, Allahs Heil und Segen auf ihm, authentisch berichtet, dass er während
seiner Krankheit, an der er auch starb, zu seiner Tochter Fatimah, Allahs Wohlgefallen auf ihr, sagte: „...so sei gottesfürchtig und habe Geduld. Und ich bin der vorzüglichste Salaf (Ahne, Vorfahre) für dich.“


Darüber hinaus haben die Gelehrten den Begriff „Salaf“ häufig benutzt, und zwar so oft, dass es zu
aufwendig wäre, sie im Einzelnen zu erwähnen oder gar zu zählen.

Uns ist ein Beispiel genüge, und zwar jenes, welches sie gegen den (geistigen) Kampf der Ketzerei führten: „Und alles Gute liegt in dem, dass man dem folgt, der uns vorausgegangen (Salaf) ist, während alles Üble in der Erneuerung (Ketzerei) dessen liegt, der später (Khalaf) kam.“


Wie dem auch sei, diese Stellungnahmen waren von denen, die Wissen besaßen; einige lehnen diese
Beschreibung ab, behauptend, dass es keine Beweislage dafür gibt. Daher sagen sie: „Es ist für einen
Muslim nicht erlaubt zu sagen: ‚Ich bin ein Salafi.’“ Dies ist genau so, als ob man sagen würde, dass es für einen Muslim nicht erlaubt wäre, zu sagen:

„Ich folge den Salaf as Salih (den edlen Vorgängern) in den Angelegenheiten der Glaubensvorstellung, des Gottesdienstes und der Methodik!“ Es gibt keinen Zweifel, dass so eine Ablehnung – wenn es das bedeuten soll – die Entfernung vom richtigen Islam mit sich bringt, auf dem die edlen Salaf waren, und unter ihnen (fungierte) als Haupt der Prophet, Allahs Heil und Segen auf ihm, selbst. Dies ist das, worauf in einer mutawaatir Überlieferung in den beiden Sahihs (zwei authentischen Hadithbüchern, und zwar vom Imam Buchari und Imam Muslim) und anderen hingewiesen wird, dass der Prophet, Allahs Heil und Segen auf ihm, sagte:

„Die vorzüglichsten der Menschen sind in meiner Generation, sodann die, die danach kommen, sodann die, die danach kommen.“

Deshalb ist es keinem Muslim erlaubt, sich von dieser Zuschreibung zu den edeln Vorreitern des Islam loszusprechen. In Anbetracht dessen, dass er sich jedoch von allen anderen Zuschreibungen losspricht, könnte keiner der Gelehrten ihm Unglauben oder Sünde vorwerfen.

Man wird einen, der diese Bezeichnung für sich ablehnt, nicht sehen, dass er seine Zuschreibung zu
einer der Madhhab (Rechtsschule) ablehnt. Ungeachtet dessen, ob sich diese Madhhab auf Aqidah
(Glaubensfundamente) oder auf Fiqh (Gelehrsamkeit & Jurisprudenz) bezieht. So ist er entweder ein
Asch'arii , Maturidi oder vielleicht einer von den Ahl al Hadith bzw. Hanafi, Schafi’i , Maliki , Hanbali oder alles andere, was heute unter dem Begriff Ahl as Sunnah wal Jama’ah zu verstehen ist.

Allerdings schreibt sich derjenige, der sich selbst der Asch’arii Rechtsschule oder einer der vier anderen Rechtsschulen beimisst, in Wirklichkeit nur Individuen zu, die ohne Zweifel nicht unfehlbar sind, selbst wenn es unter ihnen Gelehrte gab, die in ihren Idschtihad (Bemühungen) und Aussagen richtig lagen.

Ich würde gerne Wissen darüber besitzen, ob diese Gelehrten die Zuneigung dieser Menschen zu Individuen akzeptiert hätten, die nicht frei von Fehlern sind?


Falls jener sich jedoch den Salaf as Salih beimessen würde, dann würde er sich fürwahr Unfehlbaren
(idschma’)Ferner ist dies eine Bezeichnung, die demjenigen Ruhm verschafft, der sich damit betitelt und den Weg der erfolgreichen Gruppe erleichtert. Und diese Tatsachen treffen auf jemanden nicht zu, der im allgemeinen Sinne beimessen.

Der Prophet, Allahs Heil und Segen auf ihm, erwähnte, dass ein Charakteristikum der erfolgreichen (geretteten) Gruppe die strenge Einhaltung dessen ist, worauf sich der Gesandte Allahs, Allahs Heil und Segen auf ihm, und seine Gefährten, Allahs Wohlgefallen auf ihnen, befanden. Wer daher streng (an diesem Weg) festhält, der ist mit Gewissheit unter der Führung seines Herrn.



sich eine andere Beschreibung zu Eigen macht, weil andere (Beschreibungen) nicht frei sind von zwei Dingen. Entweder beinhaltet sie eine Beimessung zu einer bestimmten Person, die nicht unfehlbar ist oder sie bringt eine Zuschreibung zu einer Gruppe von Leuten mit sich, die der Methodologie dieses spezifischen Individuums folgt, der fehlbar ist. Daher gibt es keine Unfehlbarkeit (in ihren Zuschreibungen), egal wie man sie auch vornimmt.

Im Gegensatz hierzu steht die Unfehlbarkeit der Gefährten des Propheten, Allahs Heil und Segen auf ihm, als Gesamtheit.

Und es ist jenes, was uns aufgetragen wurde, an dem wir festhalten sollen: von seiner Sunnah (Überlieferung / Biographie) und der Sunnah seiner Gefährten nach ihm.

Und wir müssen hartnäckig darauf bestehen und deutlich betonen, dass unser Verständnis vom Buch
Allahs und der Sunnah Seines Gesandten, Allahs Heil und Segen auf ihm, entsprechend der Methodik
(manhadsch) seiner Gefährten zu verstehen ist.

Das ist deshalb so, damit wir uns auf der Grundlage von Unfehlbarkeit bewegen, entgegengesetzt zur Schwankung nach rechts oder nach links bzw. die Abweichung mit einem Verständnis, welches ganz allein von uns selbst stammt und wofür man weder im Buche Allahs noch in der Sunnah Seines Gesandten, Allahs Heil und Segen auf ihm, Beweise vorfinden kann.


Darüber hinaus stellt sich die Frage, wieso es nicht ausreichend ist, uns nur dem Quran und der Sunnah zuzuschreiben?

Die Ursache hierfür lässt sich zweierlei klassifizieren: Der Erste steht in Relation mit den religiösen Texten, und der Zweite ist durch die Erscheinung von zahlreichen islamischen Gruppen zu begründen.

Hinsichtlich des ersten Grundes finden wir in den religiösen Texten ein Befehl, dass wir etwas weiteres in Verbindung mit Quran und Sunnah gehorchen sollen, so wie dies in Allahs Worte erwähnt
wird: Und gehorcht Allah und gehorcht Seinem Gesandten und denen die die Führerschaft unter euch
haben.


Daher gebührt jenem, der Autorität hat, welche ihm durch die Vollmacht der Muslime verliehen
wurde, Gehorsamkeit, so, wie dem Quran und der Sunnah Gehorsamkeit gebührt. Ungeachtet dessen,
ob er und die um ihn herum Fehler begehen.

Deswegen wird es zur Pflicht ihm zu gehorchen, um den Schaden der Meinungsverschiedenheiten abzuweisen. Diese Haltung wird durch die wohlbekannte
Bedingung wiedergegeben: „Es gibt keine Gehorsamkeit gegenüber der Schöpfung, wenn man (dabei) dem Schöpfer ungehorsam ist.“

Und Allah sagt (ungefähr):
Und wer immer auch den Gesandten widerspricht, nachdem ihm der gerade Weg verdeutlicht
wurde, und er einen anderen Weg als den der Gläubigen folgt; dem werden Wir geben was er auserwählt hat und ihn in der Hölle verbrennen – was für ein schlechtes Ende.
[Sure an Nisa’; Vers115]


Tatsächlich ist Allah, der Erhabene und Erhobene, frei und weit entfernt von jeglicher Unvollkommenheit und von jeglichen Fehlern. Und es gibt keinen Zweifel daran, dass Seine Erwähnung von „der Weg der Gläubigen“ jene Leute meint, welche von vollkommener und unvergleichlicher Frömmigkeit und Glauben sind.

So beinhaltet dieser (Vers) eine wichtige Ergänzung, und zwar das das Befolgen des Buches Allahs und der Sunnah Seines Gesandten, Allahs Heil und Segen auf ihm, entsprechend dem Verständnis der ersten Muslime sein muss. Und diese sind die Gefährten des Gesandten Allahs, Allahs Heil und Segen auf ihm, und jene die danach kamen, sodann jene die danach kamen.

Und dieses ist das, wozu die Da’wah Die Salafi Da’wah (Einladung der Salafi) vereinigt wahrhaftig die Ummah der Salafiyah einlädt und aufruft. Und dieses ist ihr Hauptmerkmal in den Fundamenten ihres Aufrufs und ihre Methodik beim erzieherischen Prozess.

O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah und seid mit den Wahrhaftigen. [9:119]

Jeder der einen Unterschied zwischen dem Buch (Allahs) und der Sunnah einerseits und zwischen den Salaf as Salih (frommen Vorfahren bzw. guten Vorgänger) andererseits macht, kann daher nie wahrhaftig sein.

Was den zweiten Punkt betrifft, so verweisen die heutigen Gruppen und Parteien nicht in jeder Hinsicht zum Folgen des „Weg der Gläubigen“, welche in der Ayah oben erwähnt wurde.

Auch gibt es einige Überlieferungen, die diesen Quranvers bestätigen und bekräftigen, wie z.B. der Hadith über die dreiundsiebzig Sekten. Alle landen im Höllenfeuer, außer eine. Der Gesandte Allahs, Allahs Heil und Segen auf ihm, beschrieb sie als: „Diejenigen, die auf dem beruhen, worauf ich und meine Gefährten sind.“

„Wer nach mir noch leben wird, der wird viele Meinungsverschiedenheiten erleben; so weise ich euch an, an meiner Sunnah festzuhalten, und der Sunnah meiner Kalifen (Stellvertreter), den Muhtadin Dieser Hadith erläutert den Vers „Weg der Gläubigen.“ Ebenso gibt es den Hadith von ´Irbaad Ibn Sariyah, in dem der Prophet sagte: und den Raschidin ....“

So ergeben sich zwei Arten der Sunnah: Die Sunnah des Gesandten Allahs, Allahs Heil und Segen auf ihm, und die Sunnah der aufrichtigen Kalifen.

Daher gibt es kein Zweifel, dass wir – die wir in der heutigen Zeit leben – zurückkehren müssen, zum
Quran, zur Sunnah und dem Weg der Gläubigen. Und es ist für uns nicht erlaubt zu sagen: „Wir können den Quran und die Sunnah von uns aus selbst verstehen, ohne dass wir uns dem Verständnis der aufrichtigen Salaf zuwenden müssen.“


Es muss heute eine Bezeichnung bzw. Zuschreibung geben, welche differenziert, aber zugleich ausführlich ist. Deshalb ist es nicht ausreichend für uns, nur zu sagen: „Ich bin ein Muslim“, oder „Meine Madhhab ist der Islam“, denn jede Sekte sagt das; die Raafida, die Drusen , die Qadyanija. Was also unterscheidet dich von diesen?


Und wenn man sagt: „Ich bin ein Muslim, der sich auf den Quran und die Sunnah stützt“, so würde
auch dieses nicht ausreichen. Dies aufgrund dessen, weil die Mitglieder dieser Sekten, von den
Asch’ariya, den Maturidiya und anderen Gruppierungen, ebenfalls behaupten, diesen zwei Quellen
zu folgen. Deswegen gibt es keinen Zweifel daran, dass die saubere, klare, unverwechselbare und bestimmte Klassifizierung derart ist, dass man sagt: „Ich bin ein Muslim, der sich auf den Quran, die
Sunnah und auf die Methodik der Salaf as Salih stützt.“ Und dies kann verkürzt durch „Ich bin ein
Salafi“ wiedergegeben werden.


Auf dieser Grundlage ist in der Tat die Wahrheit, die unvermeidbar ist, jene, dass es nicht ausreicht,
sich ohne die Methodik der Salaf auf Quran und Sunnah zu berufen, weil diese Methodik diese zwei
Quellen hinsichtlich dem Verständnis und dem Konzept, dem Wissen und dem Handeln, der
Da’wah und dem Dschihad erläutert.


Und wir wissen, dass sie (die Sahaba), möge Allah mit ihnen zufrieden sein, nicht fanatisch eine bestimmte Rechtsmeinung oder jemand Bestimmtem folgten. So findet man unter ihnen keinen, der
ein Bakari (einer der Abu Bakr folgte), Omari (einer der Omar folgte), Othmani (der Othman folgte)
oder Alawi (der Ali folgte) war. Obgleich es für sie noch einfacher war, Abu Bakr, Omar oder Abu
Hurairah zu fragen, so hätten sie irgendeinen von ihnen gefragt.

Dies ist so, weil sie glaubten, dass es keine absolute und unbeschränkte Ergebenheit in der Befolgung gibt, außer gegenüber einem Individuum.

Zweifelsfrei war das der Gesandte Allahs, jener, der nicht aus seiner eigenen Leidenschaft heraus
sprach, sondern die Offenbarung kundgab, die man ihm übermittelte.


Und wenn wir uns diesen Kritikern fügen würden, um der Diskussion willen, so dass wir uns nur
„Muslime“ nennen, ohne uns den Salaf zuzuschreiben, obwohl dies eine ehrenwerte und korrekte
Zuschreibung ist. Würden sie dann ablassen, sich mit den Namen ihrer Parteien, Madhahib (Rechtsschulen) und ihren Wegen zu beschreiben – auf der Tatsache basierend, dass ihre Beschreibungen weder im Islam vorgeschrieben noch richtig sind?

„So ist dieser Vergleich für euch ausreichend, Und jeder Betroffene wird durch dieses hier gebeugt worden sein.“ Und Allah leitet zum rechten Weg; und Er, frei von allen Fehlern,
ist der einzig Anbetungswürdige.



Quelle Salaf.de











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1 Kommentare:

  1. Bismillahi rahmani rahim, sal. al..Wichtiger Beitrag - gazaka lahu khairan für die Auffrischung. Aber wenn du es einmal erkennst, kannst du es nie wieder vergessen. Nach diesen Belegen, liegt der Mensch mit dieser Methode am richtigsten und hat die stärksten Beweise dafür.

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