Die Gefährten des Propheten Muhammad

Die Gefährten des Propheten Muhammad
Schaich `Abdul-Muhsin al-`Abbad


Aufgrund Seiner Barmherzigkeit und Gnade gegenüber Seinen Dienern sandte Allah den Menschen einen Gesandten aus ihrer Mitte, um ihnen die Botschaft ihres Herrn zu übermitteln und sie zu all jenen Dingen zu führen, die ihnen nützen und sie vor allem zu warnen, was ihnen schadet.


Der Prophet hat wahrlich seine Pflicht hinsichtlich der Übermittlung der Botschaft auf die beste Art und Weise vollbracht. Daher befahl der Prophet der Ummah alles, was gut ist und verbot ihnen alles, was schlecht ist.

Allah wählte Leute aus, die die besten dieser Gemeinschaft und zugleich aller Gemeinschaften sind, damit sie ihn begleiten und von ihm das Wissen übernehmen. Deswegen hat Allah sie geehrt, indem Er ihnen erlaubte, Gefährten des Propheten zu sein. Ebenso gab Er ihnen eine besondere Stellung, indem sie den Propheten in diesem weltlichen Leben sehen und seine Hadith direkt aus seinem edlen Munde hören durften.

Dies ist die Gnade Allahs, die Er auf Menschen herablässt, wie Er will, und Er ist der Gnadenreichste.

Und wahrlich haben die Gefährten vom Gesandten Allahs das überliefert, mit dem er an Rechtleitung gesandt wurde, und zwar in einer vollständigen und vollkommenen Form. Sie werden die größte aller Belohnungen erhalten, da sie Gefährten des Gesandten Allahs waren, mit ihm gemeinsam im Dschihad kämpften und mit ihren edlen Taten den Islam verbreiteten.

Sie werden auch den gleichen Lohn wie jene ernten, die nach ihnen kamen, denn sie sind die Nahtstelle zwischen ihnen und dem Gesandten Allahs. Dies aufgrund einer Überlieferung, die da
lautet: „Wer auch immer zur Rechtleitung aufruft, bekommt den gleichen Lohn wie jene, die nach ihm diese Rechtleitung praktiziert haben. Und dies wird ihren eigenen Lohn nicht vermindern.

Diese Aussage wurde vom Propheten in einem Hadith gemacht, der in Sahih Muslim verzeichnet
ist. Allah hat die Gefährten in Seinem Buch gelobt, und ebenso der Prophet in seiner authentischen Sunnah. Allein dies genügt schon als Beweis für ihre Tugendhaftigkeit und ihren Ruhm.

Allah sagt:
Die Allerersten, die ersten der Auswanderer (Muhadschirin) und der Helfer (Ansar) und jene, die ihnen auf die beste Art gefolgt sind - mit ihnen ist Allah wohl zufrieden und sie sind wohl zufrieden mit Ihm; und Er hat ihnen Gärten vorbereitet, durch welche Bäche fließen. Darin sollen sie verweilen auf ewig und immerdar. Das ist der gewaltige Gewinn. [at-Tawbah; 9:100]

Und Er sagt:
Muhammad ist der Gesandte Allahs. Und die, die mit ihm sind, sind hart gegen die Ungläubigen, doch barmherzig zueinander. Du siehst sie sich (im Gebet) beugen, niederwerfen (und) Allahs Huld und Wohlgefallen erstreben. Ihre Merkmale befinden sich auf ihren Gesichtern: die Spuren der Niederwerfungen.

Das ist ihre Beschreibung in der Thora. Und ihre Beschreibung im Evangelium lautet: (Sie sind) gleich dem ausgesäten Samenkorn, das seinen Schössling treibt, ihn dann stark werden lässt, dann wird er dick und steht fest auf seinem Halm, zur Bitte lobpreist Allah, bei Nennung Seiner Namen. Ebenso enthaltet eure Segens- und Friedenswünsche bei Nennung des Propheten – Friede und Segen seien auf ihm – nicht.

Gemeinschaft der Muslime.

Überlieferungen über Taten, Aussagen und schweigende Billigung des Propheten.

Sahih Hadith: Überliefert in Muslim (2674), Abu Dawud (4609), At-Tirmidhi (2676), Ibn Madschah (206) und anderen. Übersetzungen der Hadith und Verse aus dem Qur’an stellen ungefähre Bedeutungen dar.



Freude derer, die die Saat ausgestreut haben - auf dass Er die Ungläubigen bei ihrem (Anblick) in Wut entbrennen lasse. Allah hat denjenigen, die glauben und gute Werke tun, Vergebung und einen gewaltigen Lohn verheißen. [al-Fath; 48:29]

In der Aussage Allahs bezüglich den Sahaba „auf dass Er die Ungläubigen bei ihrem (Anblick) in
Wut entbrennen lasse“ findet man ein hartes Urteil, eine ernsthafte Drohung und eine starke
Warnung für jene, die wegen der Sahaba erzürnen oder in ihren Herzen für sie Hass empfinden.

Allah sagt:
Es sind nicht gleich diejenigen unter euch, die spendeten und kämpften vor dem Sieg (Vertrag von Hudaybiyah). Sie stehen höher im Rang als jene, die erst nachher spendeten und kämpften. Allen aber verhieß Allah Gutes. Und Allah ist dessen wohl kundig, was ihr tut. [al-Hadid; 57:10]

Hinsichtlich der Verteilung von Kriegsbeute sagt Allah:
(Dies ist) für die armen Auswanderer, die aus ihren Heimstätten und von ihren Besitztümern vertrieben wurden, während sie nach Allahs Huld und Wohlgefallen trachteten und Allah und Seinem Gesandten beistanden. Diese sind die Wahrhaftigen.

Und jene, die vor ihnen in der Behausung (in Medina) wohnten und im Glauben heimisch geworden sind, lieben jene, die bei ihnen Zuflucht suchten (von den Muhadschirin), und hegen in sich kein Verlangen nach dem, was ihnen gegeben wurde, sondern sehen (die Flüchtlinge gern) vor ihnen selbst bevorzugt, auch wenn sie selbst in Dürftigkeit leben. Und wer vor seiner eigenen Habsucht bewahrt ist - das sind die Erfolgreichen.

Und diejenigen, die nach ihnen kamen, sagen: "Unser Herr, vergib uns und unseren Brüdern, die uns im Glauben vorangingen, und lass in unsere Herzen keinen Groll gegen die Gläubigen. Unser Herr! Du bist wahrlich Gütig, Barmherzig." [al-Haschr; 59:8-10]

Der erste Vers von diesen drei Ayat der Surah al-Haschr bezieht sich auf die Muhadschirin (Sahaba, die von Mekka nach Medina ausgewandert sind).

Der zweite Vers bezieht sich auf die Ansar (Sahaba, die in Medina wohnten und den Muhadschirin halfen und sie aufnahmen). Der dritte Vers bezieht sich auf jene, die nach den Muhadschirin und den Ansar kommen und für die Muhadschirin und Ansar bei Allah um Vergebung bitten werden.

Ebenso werden sie Allah bitten, dass Er keinen Hass in ihre Herzen gegenüber den Muhadschirin und Ansar setzt. Und jenseits dieser drei Gruppen gibt es nichts, außer einer, der sie verlässt und in eine der Fallen Schaitans hineinfällt.

Daher erzählte `A’ischa über den Zustand mancher, die die genannten drei Gruppen verlassen haben und verflucht wurden: „Es wurde ihnen befohlen, um Vergebung für die Gefährten des Gesandten Allahs zu bitten, jedoch schmähten sie diese.“ Imam Muslim übermittelte diesen Bericht im letzten Teil seines Sahih. An-Nawawi sagte hierzu in seiner Erläuterung, nachdem er die Verse der Surah al-Haschr erwähnte: „Imam Malik verwandte dies als Beweis für sein Urteil, dass jener, der die Sahaba schmäht, kein Recht auf Kriegsbeute hat. Dies aufgrund dessen, weil Allah sie nur für jene von den Nachfolgenden bestimmte, die für die Sahaba um Vergebung bitten.“

Ibn Kathir sagte in seinem Tafsir zu diesem Vers: „Wie wunderbar doch das Urteil Imam Maliks
ist, welches er von diesem Vers ableitete.

Der Rafidi, jener, der die Gefährten schmäht, hat keinen Anteil an der Kriegsbeute, und zwar aufgrund dessen, dass er sich nicht mit den Eigenschaften schmückt, die Allah in Seiner Aussage lobt: „Unser Herr, vergib uns und unseren Brüdern, die uns im Glauben vorangingen, und lass in unsere Herzen keinen Groll gegen die Gläubigen. Unser Herr! Du bist wahrlich Gütig, Barmherzig.“

Der Prophet sagte:
„Die beste unter den Menschen ist meine Generation, dann jene, die nach ihr kommt, dann die, die nach ihr kommt.“

Berichtet von Buchari, Muslim und andere gemäß der Überlieferung von `Imran Ibn Husayn und
`Abdullah Ibn Mas’ud, möge Allah mit beiden Seinen Wohlgefallen haben. Muslim verzeichnete
diesen Hadith über Abu Hurraira mit folgendem Wortlaut:

„Die beste in meiner Ummah ist die Generation, zu der ich gesandt wurde – dann jene, die nach ihr kommt, dann jene, die nach ihr kommt.“ Allah weiß am besten, ob er die dritte Generation genannt hat oder nicht. Imam Muslim berichtete ebenfalls diesen Hadith von `A’ischah, dass sie sagte:

„Ein Mann fragte einst den Propheten: ‚Welche Leute sind die besten?’ Er antwortete darauf: ‚Jene Generation an Menschen, in der ich jetzt bin, dann die zweite (Generation), dann die dritte.’“
In den beiden Sahih (von Buchari und Muslim) wird über Abu Sa’id al-Chudri überliefert, dass der Gesandte Allahs sagte:

„Es wird auf die Menschen eine Zeit kommen, in der eine Gruppe an Leuten (im Dschihad) kämpfen wird, und es wird zu ihnen gesagt: ‚Gibt es jemanden unter euch, der den Gesandten Allahs begleitet hat (d.h. Sahaba)?’

Sie werden bejahen, und dann wird ihnen der Sieg gegeben. Danach wird eine Zeit auf die Menschen kommen, in der eine Gruppe an Leuten kämpfen wird, und es wird zu ihnen
gesagt: ‚Gibt es jemanden unter euch, der die Gefährten des Gesandten Allahs begleitet hat (d.h. Tabi’in’ Sie werden bejahen, und dann wird ihnen der Sieg gegeben.

Danach wird eine Zeit auf die Menschen kommen, in der eine Gruppe an Leuten kämpfen wird, und es wird zu ihnen gesagt: ‚Gibt es jemanden unter euch, der die Gefährten der Gefährten des Gesandten Allahs begleitet hat (d.h. Atba’ at-Tabi’in)?’ Sie werden bejahen, und dann wird ihnen der Sieg gegeben.“

Ibn Battah überlieferte von Ibn `Abbas mit einer authentischen Überliefererkette, dass er sagte:
„Beschimpft nicht die Gefährten des Gesandten Allahs, denn eine einstündige Gesellschaft der
Gefährten mit Allahs Gesandtem ist besser als eine gute Tat, die ihr für vierzig Jahre praktiziert.“
Im Wortlaut, der von Waki’ berichtet wird, sagte er: „...ist besser als eine gute Tat, die ihr euer
ganzes Leben lang praktiziert.“

Als Sa’id Ibn Zayd jene zehn Gefährten erwähnte, welche die frohe Botschaft erhalten haben, dass
ihnen das Paradies versprochen wurde, sagte er: „Ich schwöre bei Allah, dass die Begegnung eines
Einzelnen unter ihnen mit dem Gesandten Allahs besser ist, als eine Tat von einem von euch,
selbst wenn er sie solange wie die Lebenszeit Noahs praktizieren würde.

Verzeichnet von Abu Dawud und at-Tirmidhi.
Dschabir überlieferte: „Einst wurde zu `A’ischah gesagt: ‚Es gibt manche Leute, die danach
streben, die Gefährten des Gesandten Allahs zu erniedrigen, selbst wenn es sich dabei um Abu
Bakr und `Umar handelt.’ Sie sagte: ‚Und du bist nicht zufrieden damit?

Die Taten der Gefährten
kamen zu einem Ende, aber Allah wollte, dass ihre Belohnung nicht zu einem Ende kommt.’“
Ibn al-Athir erwähnte diese Überlieferung in seinem Buch Dschami’-ul-Usul. Die Aussage
`A’ischahs findet Unterstützung in der Aussage des Propheten, der in einem authentischen
Hadith zu finden ist:

„Ein verlorener Mensch wird am Tag des Gerichtes mit Gebet, Fasten und Zakat kommen, aber er wird Personen beschimpft und verleumdet haben, von diesem und jenem unrechtmäßig Geld genommen haben und von diesem und jenem Blut vergossen und geschlagen haben. Daher werden manche seiner guten Taten diesem, und manche seiner guten Taten jenem gegeben.

Wenn seine guten Taten ausgehen, bevor sie wieder das gut machen, was er verbrochen hat, wird er ihre Sünden übernehmen, und diese werden ihm angerechnet. Dann wird er ins Feuer geworfen.“ Al-Buchari verzeichnete in seinem Sahih eine Überlieferung von Abu Sa’id al-Chudri, dass der Prophet sagte:

„Beschimpft nicht meine Gefährten! Denn, wenn einer von euch soviel Gold wie der Berg von Uhud spenden würde, würde er nie ein Mudd an Leistung (Handvoll, indem man beide Hände zusammentut und einen Hohlraum bildet) von einem von ihnen erreichen; auch nicht einmal die Hälfte davon!“
Imam Muslim verzeichnete in seinem Sahih eine Überlieferung von Abu Hurraira, dass der Prophet sagte: „Beschimpft nicht meine Gefährten! Beschimpft nicht meine Gefährten!

Denn bei dem in dessen Hand meine Seele ist, wenn einer von euch soviel Gold wie der Berg von Uhud spenden würde, würde er nie ein Mudd an Leistung von einem von ihnen erreichen; auch nicht einmal die Hälfte davon.“ Ähnlich in der Überlieferung von Abu Sa’id mit dem Wortlaut: „Es gab eine Diskussion zwischen Chalid Ibn al-Walid und `Abdur-Rahman Ibn `Awf, so dass Chalid in beschimpfte.

Daher sagte Allahs Gesandter: ‚Beschimpft nicht meine Gefährten! Denn, wenn einer von euch soviel Gold wie der Berg von Uhud spenden würde, würde er nie ein Mudd an Leistung von einem von ihnen erreichen; auch nicht einmal die Hälfte davon.’“ Wenn also das Schwert Allahs, Chalid Ibn al-Walid und andere, die den Islam erst nach dem Vertrag von Hudaybiyah angenommen haben, nicht die große Menge ihrer guten Taten mit der kleinen Menge, die von `Abdur-Rahman Ibn `Awf und anderen, die vorher schon den Islam angenommen haben, vergleichen können – obwohl allen aufgrund ihrer Gesellschaft mit dem Propheten Ehre erwiesen wird – was ist dann mit jenen, die nicht die Ehre erlangt haben, einer von den Gefährten zu sein?

Der Unterschied ist wahrlich sehr groß! Dies ist die Gnade Allahs, die Er herablässt, auf wen er will. Und Er ist der Gnadenreichste. Das bisher genannte beinhaltete einige Ayat aus dem Qur’an und Aussagen des Propheten, die uns Beweise für die Tugendhaftigkeit dieser besten Leute lieferten. Leute, wie es sie zuvor nicht gab und Leute, wie es sie nach ihrer Zeit nicht geben wird. Möge Allah Seinen Wohlgefallen mit ihnen haben.

Alle Gefährten des Gesandten Allahs sind vertrauenswürdig, weil Allah für sie Zeugnis ablegt, und
weil Er und Sein Gesandter sie loben. An-Nawawi sagte in at-Taqrib, und dieses erklärte as-Suyuti
in seinem Tadrib ar-Rawi: „Alle Gefährten – jene, die in die Auseinandersetzung (fitan) verwickelt
waren und andere – sind nach der Übereinstimmung der Gelehrten vertrauenswürdig.“
Al-Hafidh Ibn Hadsch sagte in al-Isabah: „Ahl-us-Sunnah kamen einstimmig zu dem Entschluss,
dass alle Sahaba vertrauenswürdig sind. Niemand widerspricht dem, außer manche Irregegangene
unter den Erneuerern (Ahlu Bida’).“

Daher schadet es nicht, wenn man in einer Kette der Überlieferung den Namen eines Gefährten
nicht kennt. Wenn daher ein Tabi’i sagt: „Ein Mann von den Gefährten des Propheten...“, so
beeinflusst dies nicht die Bewertung der Überlieferung, da alle Gefährten vertrauenswürdig sind.

Al-Chatib al-Baghdadi sagte in seinem Buch al-Kifayah:
„Jeder Hadith, der eine Überlieferungskette hat, welcher ununterbrochen vom letzten Überlieferer
bis zum Propheten ist, wird nicht praktiziert, bis man die Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit der Überlieferer in der Kette bestätigt hat. Und es ist eine Pflicht ihre Situation (ihren Status, Zustand) zu erforschen, abgesehen von einem Sahabi (Gefährte), welcher den Hadith dem Propheten zuschreibt.

Dies aufgrund dessen, weil die Vertrauenswürdigkeit der Gefährten gesichert und bekannt ist, denn Allah verkündet dies und informiert uns über ihren reinen Zustand und über Seine Bevorzugung (der Gefährten) im Qur’an...“ Dann fährt er mit der Auflistung einiger Ayat und Ahadith über die Tugendhaftigkeit der Gefährten fort und sagt: „Selbst wenn Allah oder Sein Gesandter nichts über sie erwähnt hätten, was wir bereits (über ihre Tugendhaftigkeit) aussagten, wird es aufgrund ihrem Status, indem sie Hidschra gemacht, im Dschihad gekämpft, ihre Unterstützung angeboten, ihr Leben und Vermögen geopfert, die Tötung ihrer Eltern und Kinder erfahren, sich gegenseitig ermahnt, einen starken Glauben und unerschütterliche Gewissheit gehabt haben, zwingend notwendig, dass man einen festen Glauben an ihre Ehrlichkeit und Geradheit hat.

Und (all dies) macht erforderlich, dass sie die besten unter jenen sind, welche Zustimmung und Bezeugung von allen Leuten, die nach ihnen für alle Zeiten kommen werden, erhalten.“

Danach berichtet er eine Überlieferung mit einer Kette, die auf Abu Zur’ah zurückgeht, der sagte:
„Wenn du irgendjemanden siehst, der danach strebt, irgendeinen der Gefährten des Gesandten
Allahs zu kritisieren, dann wisse, dass er ein Häretiker (Zindiq) ist. Dies aufgrund dessen, weil für
uns der Gesandte Allahs und der Qur’an wahrhaft sind.

Und die Einzigen, die uns den Qur’an und die Sunan (Plural von Sunnah) übermittelt haben, sind die Gefährten des Gesandten Allahs.

Sie wollen nur unsere Bezeugungen verunglimpfen und zerstören, damit sie das Buch und die
Sunnah vernichten können, wobei sie es eher verdienen, verunglimpft zu werden, denn sie sind
die Häretiker (Zanadiqah).“

Der Weg der Ahl-us-Sunnah wal-Dschama’a hinsichtlich den Gefährten ist jene der Mitte zwischen
den beiden Enden der Über- und Untertreibung. Dieser Weg ist mäßig zwischen den extremen
Fanatikern, welche die Bewundernswerten unter ihnen zu einer Stufe erhöhen, die nur Allah oder
Seinen Gesandten gebührt, und den Harten, welche sie kritisieren und beschimpfen. Die Ahl-us-
Sunnah sind somit in der Mitte der Extremen und den Untertreibenden – sie lieben alle unter
ihnen und geben jedem Einzelnen jenen Rang, der ihm gebührt, und zwar mit Ehrlichkeit und
Gerechtigkeit.

Sie erhöhen sie nicht zu dem, was sie nicht verdienen, noch kritisieren sie diese Gefährten, indem sie das wegnehmen, was sie verdienen. Daher sind ihre Zungen aufgrund ihrer Erwähnung in Gutem feucht, entsprechend dem, was für sie angemessen ist. Und ihre Herzen sind mit Liebe zu ihnen gefüllt.

Was auch immer authentisch zu uns von den Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten, die
zwischen ihnen vorkamen, gelangt ist, so waren sie in diesen Dingen Mudschtahidin Entweder lagen sie in ihrer Ansicht richtig, so dass sie eine Belohnung für ihren Idschtihad und eine Belohnung für die Richtigkeit ihrer Ansicht bekommen werden, oder sie lagen falsch, so dass sie nur für ihren Idschtihad eine Belohnung erlangen werden, weil ihr Fehler verziehen wird. Sie waren nicht unfehlbar, denn sie waren Menschen. Manchmal lagen sie richtig, und manchmal begangen sie Fehler. Jedoch wie oft lagen sie richtig im Vergleich zu anderen, und wie gering waren doch ihre Fehler im Vergleich mit den Fehlern anderer? Und sie werden Allahs Vergebung und Zufriedenheit erlangen.

Die Bücher der Ahl-us-Sunnah sind mit Erläuterungen der reinen und klaren Glaubensinhalte
(`Aqida) dieser besonderen Leute gefüllt. Jene, die unter den Menschen auserwählt wurden, den
besten der Menschheit zu begleiten. Möge Allah mit ihnen allen seinen Wohlgefallen haben.

Ein Beispiel dieser Aussage kann in at-Tahawi’s Buch über die `Aqida der Ahl-us-Sunnah gefunden werden: „Wir lieben die Gefährten des Gesandten Allahs, und wir gehen nicht ins Extreme in der Liebe zu einem von ihnen, noch verlassen wir einen von ihnen. Und wir hassen jeden, der sie hasst oder jeden, der schlecht über sie spricht. Wir erwähnen die Gefährten nur in Gutem.

Die Liebe zu ihnen ist Din, Iman und Ihsan. Sie zu hassen ist Kufr (Unglaube), Nifaq
(Heuchelei) und Tughyan (Überschreitung).“

Ibn Abi Zayd al-Qayrawani sagte in der Einleitung seines berühmten ar-Risalah, während er die
Glaubensinhalte (`Aqida) der Ahl-us-Sunnah erklärt: „Und die beste aller Generationen ist jene,
die den Gesandten Allahs gesehen hat. Und die besten unter den Gefährten sind die (vier) rechtgeleiteten Kalifen – Abu Bakr, dann `Umar, dann `Uthman und dann `Ali, möge Allah mit ihnen allen zufrieden sein. Keiner der Gefährten sollte erwähnt werden, außer in Gutem.

Wir glauben daran, dass man sich zurückhalten muss, über die Meinungsverschiedenheiten unter ihnen zu reden. (Und wir glauben daran), dass sie jene Leute sind, die es am meisten verdienen, nach Entschuldigungen für sie zu suchen, und dass sie auf beste Weise erinnert werden müssen.“

Imam Ahmad Ibn Hanbal sagte in seinem Buch as-Sunnah: „Von der Sunnah ist die Erwähnung
der guten Eigenschaften der Gefährten des Gesandten Allahs – und zwar alle von ihnen – und die
Zurückhaltung, nicht über die Meinungsverschiedenheiten unter ihnen zu sprechen.

Wer daher die Gefährten des Gesandten Allahs oder nur einen von ihnen schmäht, so ist er Erneuerer, ein Rafidi. Sie (Die Gefährten) zu lieben ist Sunnah, und Du’a (Bittgebet) für sie ist ein Mittel, um
Allah näher zu kommen (Taqarrub). Ihnen zu folgen ist ein Mittel und von ihnen zu nehmen ist eine Tugendhaftigkeit...“

Und er sagte: „Es ist für niemanden erlaubt, irgendeinen ihrer Fehler zu erwähnen oder sie zu
verunglimpfen. Wer auch immer dies tut, so ist der Herrscher (Sultan) verpflichtet, ihn zurechtzuweisen und zu bestrafen. Und er darf ihn nicht begnadigen, sondern vielmehr bestrafen
und ihn fragen, ob er bereut.

Wenn er daher bereut, so soll er seine Reue annehmen. Wenn er nicht bereut, so soll er die Bestrafung wieder neu beginnen und ihn für ein gutes Ende einsperren, bis er bereut und (seinen falschen Glauben) widerruft.“

Imam Abu `Uthman as-Sabuni sagte in seinem Buch `Aqidat-us-Salaf wa Ashab-il-Hadith: „Und
sie hielten es für eine Pflicht, nicht über die Meinungsverschiedenheiten, die sich unter den
Gefährten des Gesandten Allahs ereigneten, zu sprechen und die Zungen davor zu hüten, nichts
über sie zu erwähnen, was sie erniedrigen oder beflecken würde.

Ebenso hielten sie es für eine Pflicht, Allah um Gnade für sie zu bitten und für sie alle Freundschaft zu zeigen.“ Schaich-ul-Islam Ibn Taymiyyah sagte in seinem Buch al-`Aqidat-ul-Wasitiyyah: „Zu den Prinzipien der Ahl-us-Sunnah wal-Dschama’a gehört, dass man reine Herzen und Zungen in Bezug auf die Gefährten des Gesandten Allahs aufrecht erhält, so wie Allah dies beschreibt:

Und diejenigen, die nach ihnen kamen, sagen: "Unser Herr, vergib uns und unseren Brüdern, die uns im Glauben vorangingen, und lass in unsere Herzen keinen Groll gegen die Gläubigen. Unser Herr! Du bist wahrlich Gütig, Barmherzig." [al-Haschr; 59:8-10]

Und (von ihren Prinzipien ist) die Gehorsamkeit gegenüber dem Propheten hinsichtlich seiner
Rede: „Beschimpft nicht meine Gefährten! Denn, wenn einer von euch soviel Gold wie der Berg von Uhud spenden würde, würde er nie ein Mudd an Leistung (Handvoll, indem man beide Hände zusammentut und einen Hohlraum bildet) von einem von ihnen erreichen; auch nicht einmal die Hälfte davon!“

Sie (Ahl-us-Sunnah) akzeptieren, was über die Tugendhaftigkeit und dem hohen Rang der
Gefährten im Qur’an, in der Sunnah und dem Konsens steht. Und sie geben den Vorzug jenen,
die vor dem Sieg (bezieht sich auf den Vertrag von al-Hudaybiyah) ihr Vermögen hergegeben und
(auf Allahs Weg) gekämpft haben, gegenüber jenen, die ihr Vermögen nach dem Sieg hergaben
und kämpften.

Sie geben den Vorzug den Muhadschirin gegenüber den Ansar. Und sie glauben,
dass niemand, der unter dem Baum die Treue zum Propheten schwor, das Höllenfeuer betreten
wird, so wie uns der Prophet darüber informierte. In der Tat war Allah mit ihnen zufrieden, und
sie waren mit Allah zufrieden. Und sie waren mehr als 1.400 Leute.

Sie (Ahl-us-Sunnah) bestätigen das Paradies für jene, für die der Gesandte Allahs das Paradies
bezeugt hat, so wie bei den zehn (Gefährten), Thabit Ibn Qays Ibn Schammas und andere.

Sie bestätigen, was zu uns in Tawatur (vielfache Überlieferung) Form über Amir-ul-Mu’minin
(Führer der Gläubigen), `Ali Ibn Abi Talib und andere gelangt ist: die besten dieser Ummah nach
dem Propheten sind Abu Bakr, dann `Umar. Alsdann platzieren sie `Uthman an dritter und `Ali
an vierter Stelle, möge Allah mit allen zufrieden sein.

Auf dies wird in den Athar (Überlieferungen der Aussagen der Sahaba) hingewiesen, und man ist sich einig, dass `Uthman den Vorrang (über `Ali) hinsichtlich dem Treuebund (als Kalif) hatte. Obwohl man sich einstimmig im klaren war über den Vorrang Abu Bakrs vor `Umar, hatten manche unter den Ahl-us-Sunnah Meinungsverschiedenheit hinsichtlich `Uthman und `Ali, welcher von ihnen besser sei.

Eine Gruppe gab den Vorrang `Uthman und dann `Ali. Eine andere Gruppe gab den Vorzug `Ali,
und eine andere wiederum blieb neutral. Jedoch legte sich diese Angelegenheit unter den Ahl-us-
Sunnah derart fest, dass sie `Uthman den Vorrang vor `Ali gaben. Ungeachtet dessen ist diese
Angelegenheit von `Uthman und `Ali nicht von den Prinzipien, bei denen man einer anderen
Meinung ist, dass man nach der Mehrheit der (Gelehrten) der Ah-us-Sunnah Irre geht.

Vielmehr ist es die Angelegenheit des Chilafah (Kalifat), bei der man Irre geht (und abweicht, wenn man ihr widerspricht – und diese ist, dass man daran glauben muss, dass der Chalifah (Kalif) nach Allahs Gesandtem Abu Bakr, dann `Umar, dann `Uthman und dann `Ali war. Wer auch immer die
Chilafah von einem dieser (genannten) attakiert, ist noch mehr abgewichen als der Esel seiner Leute.“ (Siehe al-`Aqidat-ul-Wasitiyyah)

Danach erwähnt er (Ibn Taymiyyah), dass sie Liebe und Zuneigung für die Mitglieder des Hauses
des Gesandten Allahs haben, und dass sie die Frauen des Gesandten Allahs, die Mütter der
Gläubigen, lieben und daran glauben, dass sie seine Frauen im Jenseits sein werden. Danach sagte
er: „Und sie sprechen sich los von dem Weg der Rafidi – jene, welche die Gefährten hassen und
sie beschimpfen – und von dem Weg der Nawasib – jene, welche die Mitglieder des Hauses des
Propheten beschimpfen – , sei dies durch Wort oder durch Tat.

Und sie halten sich zurück, in die Dispute, die sich unter den Gefährten ereignet haben, zu vertiefen. Und sie sagen: diese Überlieferungen, die über ihre Vergehen berichtet wurden, so sind manche unter ihnen, die falsch sind, manche, denen man etwas hinzugefügt hat, manche, bei denen man Teile weggelassen hat und manche, deren ursprünglichen Zustand man geändert hat.

Was jedoch authentisch ist über sie, so sind (die Gefährten) entschuldigt (und vergeben) – entweder machten sie Idschtihad und lagen richtig, oder sie machten Idschtihad und lagen falsch. Und zusätzlich zu diesem glauben sie (Ahl-us-Sunnah) nicht, dass jeder Einzelne der Gefährten unfehlbar oder frei ist, große oder kleine Sünden zu begehen.

Vielmehr ist es im allgemeinen möglich, dass sie Sünden begangen haben, jedoch haben sie das an Vorzug und Tugendhaftigkeit, die erforderlich machen, dass ihnen vergeben wird, was auch immer sie (an Sünde) begangen haben – falls sie überhaupt eine Sünde begangen haben. Dies gilt sogar für jene schlechte Taten, die gleichermaßen von anderen nach ihnen begehen und nicht vergeben werden, denn die guten Taten, die sie vollführten, werden ihre schlechten Taten löschen, so wie dies in dieser Art für niemanden nach ihnen der Fall sein wird.

Es wurde aufgrund der Aussage des Gesandten Allahs bestätigt, dass sie die besten aller
Generationen sind, derart, wenn sie einen Mudd (an Gold) spenden würden, so wäre dies besser
als der gesamte Berg Uhud in Gold, der von anderen nach ihnen gespendet würde. Weiterhin,
wenn es der Fall war, dass einer von ihnen eine Sünde begangen hat, dann hat er entweder bereits
bereut oder eine gute Tat begannen, die diese Sünde auslöscht, oder er wurde vergeben aufgrund
seiner Tugendhaftigkeit oder durch die Fürsprache Muhammads, an der die Gefährten am meisten Anteil haben unter jenen Leuten, die die Fürsprache erhalten werden; oder er wurde vielleicht durch weltliche Prüfungen getestet, durch die er bereits gesühnt hat.

Wenn dies daher bei den Sünden der Fall ist, die von ihnen begangen wurden, was ist dann mit jenen
Angelegenheiten, in denen sie Idschtihad ausführten? Wenn sie richtig lagen, werden sie zwei
Belohnungen bekommen, und wenn sie falsch lagen, werden sie eine Belohnung bekommen und ihr Fehler wird vergeben werden.

Weiterhin ist die Menge an vergebenen Sünden, die von manchen unter ihnen begangen wurden, im Vergleich zur ihrer Tugendhaftigkeit und guten Eigenschaften sehr gering, wie bspw. ihr Glaube an Allah und Seinem Gesandten, ihr Dschihad auf Seinem Weg, ihre Hidschra, ihre Unterstützung (für die Religion Allahs), ihr nützliches Wissen und ihre guten Taten.

Und wer auch immer die Geschichte dieser Leute (d.h. Sahaba) mit Wissen und Einsicht studiert und ebenso das, was Allah ihnen an Wert teilhaben ließ, so wird er mit Gewissheit wissen, dass sie nach den Propheten die besten der Schöpfung sind. Es gab niemanden wie sie, und es wird sie auch nicht wieder geben. Und er wird wissen, dass sie Safwah (auserwählte Elite) unter allen Generationen dieser Gemeinschaft (an Muslimen) sind, und diese selbst ist bei Allah die beste und am meisten geehrte aller Gemeinschaften.“

Die vorhergegangen Aussagen waren fünf Beispiele von den Salaf as-Salih (rechtschaffene Vorgänger) bezüglich dem, was wir hinsichtlich den besten der Schöpfung nach den Propheten und Gesandten glauben müssen. Eine Sache, die wir richtig verstehen müssen, ist, dass die Verleumdung dieser auserwählten und besonderen Leute in Wirklichkeit eine Diffamierung der Religion ist, da die Religion den danach Folgenden nur von ihnen übermittelt wurde. Ebenso wurde bereits in den Worten des Abu Zur’ah gesagt, dass: „Und die Einzigen, die uns den Qur’an und die Sunan (Plural von Sunnah) übermittelt haben, sind die Gefährten des Gesandten Allahs.

Sie wollen nur unsere Bezeugungen verunglimpfen und zerstören, damit sie das Buch und die Sunnah vernichten können, wobei sie es eher verdienen, verunglimpft zu werden, denn sie sind die Häretiker (Zanadiqah).“ Dies bezieht sich auf jene, die danach streben, die Gefährten schlecht zu machen. Ebenso impliziert dies, dass jener, der sie schlecht macht, ihnen nicht im geringstem schadet, sondern sie vielmehr bereichert, so wie dies bereits im Hadith über die „verlorene“ Personerwähnt wurde. Auch impliziert dies, dass so einer nur sich selber schadet.

Wer auch immer daher in seinem Herzen Liebe für sie empfindet, keinen Hass verspürt, und seine Zunge hütet, sie nur in Gutem zu erwähnen, dann soll er Allah für diesen Segen loben. Er soll Allah bitten, ihn fest an diese Rechtleitung zu binden. Und wer auch immer in seinem Herzen Hass für sie aufrecht hält und seine Zunge ist frei, sie derart zu erwähnen, was nicht zu ihnen passt, so muss er Allah fürchten und von diesem Verbrechen ablassen. Er muss Allah um Vergebung bitten, solange die Tür für Vergebung noch offen ist, bevor er bittet und seine Bitte ist ohne Nutzen.

Unser Herr, lass nicht zu, dass unsere Herzen Irre gehen, nachdem Du uns rechtgeleitet hast, und
schenke uns Barmherzigkeit, denn wahrlich, Du bist der Eine, der alle Bitten erhört.
Unser Herr, vergib uns und unseren Brüdern, die uns im Glauben vorangingen,
und lass in unsere Herzen keinen Groll gegen die Gläubigen. Unser Herr! Du bist
wahrlich Gütig, Barmherzig. [al-Haschr; 59:8-10]


Quelle Salaf.de








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